Heute möchte ich euch wieder einmal etwas über Kuba, die Heimat meines Mannes, erzählen. Meine Eindrücke sind alle noch von vor der Corona-Krise, allerdings ändern sich manche Dinge nie, wie z. B. das Domino-Spielen.

Domino spielen ist, neben Baseball und Schach, eine der Lieblingsbeschäftigungen vieler Kubaner.

Als ich im Jahr 2015 zum ersten Mal auf Kuba war (hier mehr dazu), wurde ich von meinem (heutigen) Mann milde belächelt, als ich ihm erzählte, dass in Deutschland Domino ausschließlich ein Kinderspiel sei. Da hatte ich natürlich noch überhaupt keine Ahnung davon, wie in Kuba Domino gespielt wird und, dass Domino eigentlich mehr eine ganze Kultur ist, als nur ein Spiel. Aufgefallen ist mir allerdings damals bereits die Leidenschaft, mit der dort Domino gespielt wird. Das ist weder zu übersehen noch zu überhören.

Interessant ist, dass es Unterschiede bezüglich der Spielweisen zwischen dem Westen und dem Osten von Kuba gibt. Im Westen (Havanna) wird z. B. mit 55 Domino-Steinen gespielt, im Osten (Santiago de Cuba) nur mit 28 Steinen. Auch die Werte der Dominosteine unterscheiden sich zwischen Okzident und dem Oriente (Osten von Kuba). Im Westen geht der Wert eines Quadrats von 0 – 9, im Westen von 0 – 6.

 

Eine Domino-Runde besteht immer aus 4 Spielern und meistens treten die Spieler in Paaren an, also jeweils 2 Spieler bilden ein Paar und sammeln dabei kollektiv ihre Punkte. Es gibt allerdings auch „Solo-Spiele“. Eigentlich ist die Kommunikation zwischen den Partnern verpönt, in der Realität (wie ich aus sicherer Quelle weiß… ;-)) sieht das aber ganz anders aus. Es wird per Handzeichen, Mimik, Gestik und (natürlich ganz beiläufigen) mündlichen Umschreibungen dem jeweiligen Partner Hinweise auf die eigenen Steine gegeben.

Auch werden die Gegner eindringlich „studiert“, die durch geschicktes Bluffen versuchen in die Irre zu führen. Eine gute Beobachtungsgabe und gutes Kopfrechnen (es gibt ja immer nur eine begrenzte Anzahl an bestimmten Dominosteinen pro Spiel) kann einem also viele Vorteile verschaffen.

Die Crema de vie

Um endlich selbst in die Geheimnisse des kubanischen Dominos eingeführt zu werden, habe ich nun den folgenden Plan: An jedem freien Herbst-/Winterwochenende werde ich meinen Mann mit einer selbst gemachten „Crema de vie“ (einem kubanischen Eierlikör) bestechen, mir kubanisches Domino beizubringen. Mit all seinen Facetten natürlich.

Übrigens, mein Crema de vie-Rezept ist angelegt an ein Original-Rezept von Nitza Villapol, einer bekannten kubanischen Fernsehköchin aus den 1990er-Jahren. Ich habe allerdings die Menge des Rums erhöht. Natürlich nur wegen der besseren Konservierung… 😉

Habt ihr bereits selbst Erfahrungen mit Domino auf Kuba gesammelt? Dann erzählt mir doch davon! Ich bin gespannt!

Eine Dominorunde auf Kuba

 

 

Crema de vie (kubanischer Eierlikör nach Nitza Villapol) (ergibt ca. 0,75 l)

Equipment

  • Topf + Schüssel für ein Wasserbad

Zutaten

  • 130 g Zucker
  • 75 ml Wasser
  • 1 Dose Kondensmilch 7,5 % 319 ml
  • 125 g Eigelb ca. 7 Eigelb
  • 250 ml kubanischer heller Rum (45 ml im Originalrezept)
  • 1 TL Vanilleessenz
  • 1 Prise Zimt Pulver oder Stange

Anleitungen

  • Zutaten vorbereiten und abwiegen.
  • Aus dem Zucker und dem Wasser einen Sirup herstellen, d.h. die 2 Zutaten aufkochen bis zu einer sirupartigen Konsistenz einkochen lassen. Abkühlen lassen.
  • Das Sirup mit der Kondensmilch, dem Eigelb, der Vanilleessenz, dem Zimt und dem Rum in die Schüssel geben. Schüssel ins Wasserbad geben und langsam erwärmen. Flüssigkeit auf keinen Fall kochen! So lange rühren (am besten mit einem Handrührgerät) bis die Masse andickt.
  • Crema de vie noch warm in Flaschen füllen.
  • Flaschen schließen und abkühlen lassen. Im Kühlschrank aufbewahren. Hält sich gekühlt einige Wochen.
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