Diesen Beitrag widme ich dem Land Italien und seinen momentan sehr geschundenen Einwohnern. Mein Mitgefühl gilt vor allem denen, die in dieser schlechten Zeit Angehörige verloren haben. Hoffen wir, dass wir uns sehr bald in diesem wunderschönen Land wieder begegnen können und wir Alle unsere Lebensfreude zurückgewinnen werden. Vielleicht trifft man sich ja dann auf ein Stück Pastiera. Sie schmeckt auch nach Ostern wunderbar.

Wie ich zu dem Rezept der Pastiera kam:

In dem Stadtteil, in dem ich in München lebe, gibt es einen italienischen Großhandel, in dem allerdings auch Leute ohne Gewerbeschein einkaufen können. Ich bin dort regelmäßig und fülle meinen Bestand an Teigwaren und vor allem auch meinen Mehl- und Olivenölbestand auf.

Nun war ich vor ca. 4 Wochen mal wieder dort. Durch einen „Zufall“ fiel mein Blick auf Gläser, die mit einer eher merkwürdigen Zutat gefüllt waren. Es sah ein bisschen aus wie eine Art Reisbrei im Glas. Ich fing an das Etikett zu studieren. Der Name war Grano Cotto – gekochter Weizen, also. Zum Glück spreche ich etwas Italienisch und Zutatenlisten verstehe ich außerdem sowieso immer rein intuitiv zumindest, wenn sie nicht in arabischen oder kyrillischen oder asiatischen Buchstaben/Zeichen geschrieben sind.

Es befand sich auf der Rückseite des Glases sogar ein Rezept für einen süßen Kuchen mit dem Namen Pastiera di Grano. Das ist ja perfekt, dachte ich. Da wird mir sogar noch das Rezept dazu geliefert. Ich zügte mein Smartphone und meine Recherche ergab, dass es sich bei der Pastiera  um einen italienischen Osterkuchen handelt. Das wurde ja immer perfekter. So eine wirkliche Osteridee hatte ich eh noch nicht für meinen Blog.

Im Internet fand ich dann noch die andere sehr wichtige Zutat für diesen Kuchen. Es ist ein konzentriertes Orangenblütenwasser, eine Art Essenz. Da ich keine süditalienischen Verwandten habe, kann ich – ohne enterbt zu werden – behaupten, dass man diesen Kuchen auch gut mit normalem Orangenblütenwasser zubereiten kann, sollte es ein Problem sein, es zu bekommen bzw. möchte man keine extra Bestellung im Internet dafür auslösen. Es kommt dann eben auf die Dossierung an. Bei der Essenz sollte man eher vorsichtig sein, beim Wasser kann man dann eher verschwenderisch sein.

Auch bin ich der Überzeugung, dass man den Weizen durch Milchreis ersetzen kann. Wie gesagt, ich behaupte das nur, da ich keine neapolitanische Familien-Rache befürchten muss!

Vom Ergebnis waren ich und Alle, die diesen Kuchen probiert haben, restlos überzeugt. Die Pastiera ist ein Traum und es ist absolut nachvollziehbar, dass dieser Kuchen ein traditioneller Osterkuchen ist. Es wird einfach an gar nichts gespart, was früher während der Fastenzeit verboten war: Eier, Butter (im Originalrezept wird Schweineschmalz verwendet!), Milchprodukte usw. Mehr geht einfach nicht und die Zusammensetzung und das Aroma der Pastiera ist einfach unschlagbar. Man sollte allerdings kandierte Früchte mögen.

Noch ein kleiner Tipp am Rande: Bereitet die Pastiera bereits 2 – 3 Tage früher zu. Sie schmeckt durchgezogen sogar noch besser.

Jetzt werde ich euch aber nicht weiter auf die Folter spannen und endlich das Rezept von der Rückseite des Glases enthüllen:

Pastiera di Grano

Equipment

  • Backform ca. 28 cm, Rand oben weiter als unten am Boden (konisch)

Zutaten

Füllung:

  • 450 g Ricotta
  • 375 g Grano Cotto
  • 260 ml Milch
  • 20 g Butter
  • 375 g Zucker
  • 3 ganze Eier
  • 3 Eigelb
  • Zitronenschale
  • 1 Vanilleschote
  • 35 g Orangeat und Zitronat fein gewürfelt
  • Orangenblütenessenz oder Orangenblütenwasser

Teig:

  • 100 g Zucker
  • 200 g Butter
  • 300 g Mehl
  • 1 Ei
  • 2 Eigelb
  • 1 Prise Salz

Anleitungen

  • Vorab als Tipp: Kuchen 3 Tage vor dem Verzehr herstellen. Dann schmeckt er am besten!
  • Am Tag vor dem Backen der Pastiera die Füllung herstellen. Dann kann sie ein bisschen durchziehen und gut abkühlen.
  • Alle Zutaten vorbereiten und abwiegen.
  • Milch erwärmen. Grano Cotto, Butter, Zitronenabrieb, Vanilleextrakt (oder ganze Vanilleschote mitkochen) und Salz mit aufkochen. Solange kochen lassen (dabei ständig rühren) bis eine dickliche Creme entsteht. Das kann schon ca. 10 - 15 Minuten dauern. Vanilleschote entnehmen. Abkühlen lassen.
  • In der Zwischenzeit (kann man allerdings auch einen Tag vorher bereits vorbereiten) die Zutaten des Teiges schnell zu einem Mürbteig verkneten. Etwas flach drücken und zwischen Frischhaltefolie ca. 1 Std. im Kühlschrank durchkühlen lassen.
  • Den Ricotta, den Zucker und die Eier (ganze Eier und Eigelbe) zu einer Creme verarbeiten. Dann diese Creme zu der Grano-Gotto-Masse geben. Nun muss man ganz vorsichtig die Masse mit der Orangenblütenessenz abschmecken. Am besten geht man Tropfenweiße vor. Ich tendiere zwar zu ein bisschen mehr, allerdings ist das eine Geschmackssache. Der Kuchen kann dann am Schluss etwas zu parfümiert schmecken.
  • Am Schluss den Orangeat und Zitronat zugeben und gleichmäßig verteilen.
  • Am Tag des Backens (Backofen auf 180° C Umluft vorheizen) den Teig passend für die Form ausrollen und aus den Teigresten ca. 3 cm breite Streifen zuschneiden. Form einfetten (oder Backpapier benutzen) und mit Teig auskleiden.
  • Creme einfüllen und mit den Teigstreifen ein Rautenmuster auf dem Kuchen auslegen.
  • Den Kuchen ca. 1 Std. bei 180 ° backen.
  • Der Kuchen schmeckt am besten, wenn er weitere 3 Tage durchgezogen hat.

 

Ich wünsche euch Allen wunderschöne und friedliche Ostern! Berichtet mir doch, ob ihr eine Pastiera gebacken habt und wie ihr eventuell die fehlenden Zutaten ersetzt habt.

 

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