Heute möchte ich euch süße Spezialitäten aus Kuba vorstellen und damit ihr euch eine bessere Vorstellung von einer kubanischen Stadt machen könnt, ein bisschen etwas über die Geräusch-Kulisse in Santiago de Cuba erzählen.

Für meinen Mann war es vor allem erstaunlich, als er vor fast 3 Jahren nach Deutschland kam, dass es in Deutschland so ruhig ist. Andersherum ist es für mich immer gewöhnungsbedürftig, wie laut es meistens in Kuba ist. Ist man mitten in der Stadt wird zwar nachts der Verkehr ruhiger, dafür kann es aber sein, dass sich  mehrere Nachbarn gleichzeitig unterschiedlich „musikalisch ausleben“. Das Motto ist: „Wer die besseren Boxen hat, gewinnt“!

Die Geräusch-Kulisse in einer kubanischen Stadt

Die Geräusch-Kulisse in einer größeren kubanischen Stadt setzt sich zusammen aus Pfeifen, Zwitschern, Hundegebell, dem Kikeriki der Hähne, Hupen, Rufen, Trommeln, lauter Reggaeton-Musik, dem knattern der Motorräder, dem Galopp der Pferdekutschen und dem Brummen der schweren alten russischen Lkws.

Um auf sich aufmerksam zu machen wird laut gerufen, gepfiffen oder eben gezwitschert. Das kann zum Anmachen einer Frau (oder auch eines Mannes), zum Verkaufen von Dingen auf der Straße bis zur Regelung im Verkehr, wer Vorfahrt hat, sein. Dazu werden allerdings auch Handzeichen eingesetzt, die größtenteils nur von einheimischen Kubanern verstanden werden. Mir hat sich das komplette System auf jeden Fall noch nicht erschlossen.

Für diejenigen, die noch nie auf Kuba waren, sei das Zwitschern in etwas wie unser Geräusch erklärt, mit dem wir in Europa Katzen versuchen anzulocken. Es ist am Anfang ein bisschen gewöhnungsbedürftig, wenn man als Mensch aus einer Ecke heraus angezwitschert wird, aber am Anfang trägt sowieso viel zu einem Kulturschock bei, wenn man neu auf Kuba ist.

Das hängt natürlich davon ab, welche Länder man davor bereits bereist hat und in wie weit man dazu bereit ist seine Komfort-Zone zu verlassen und sich auf die kubanische Kultur einzulassen.

Süße Spezialitäten aus Kuba

Nun aber zu den süßen Spezialitäten aus Kuba, die vielleicht nicht so allgemein bekannt sind. Kuba ist ja generell nicht so für sein Feinschmeckertum berühmt. Diese Spezialitäten sind es aber auf jeden Fall wert, bekannt gemacht zu werden.

 

Malta:

Das alkoholfreie Malzbier Kubas gibt es abgefüllt in Dosen, aber eben bei manchen Brauereien (die meisten Kubaner lieben Bier mehr als Rum!) auch offen zu verkosten. Ich kann es euch nur ans Herz legen, falls ihr nach Kuba fliegt, es zu probieren. Malta ist nicht zu vergleichen mit unserem Kindermalzgetränk. Es wird übrigens auch sehr gerne vermischt mit Kondensmilch angeboten und getrunken. Das ist allerdings nur zu empfehlen, wenn ihr nicht hinterher noch Essen gehen wollt. Diese Malta-Variation hat Kalorien wie die Mahlzeiten von 2 Tagen (ich übertreibe vielleicht leicht) und macht auch dem entsprechend satt.

Pru Oriental:

Meine neueste Entdeckung, eher Medizin als ein reines Erfrischungsgetränk. Allerdings für Medizin sehr wohlschmeckend.

Pru schmeckt nach frisch gepresstem Traubensaft mit einer etwas würzigen Note und enthält Kohlensäure. Er erinnert an Kombuchatee oder Ginger Ale. Leider haben schon andere hoffnungslos versucht dieses Getränk haltbar zu machen und zu exportieren.

Es wird erzählt, dass das Getränk durch die Franzosen nach der Revolution auf Haiti in den Osten von Kuba gebracht wurde. Es verbreitete sich dann auf der ganzen Insel und ist heutzutage mit ein bisschen Glück überall in Kuba erhältlich. Falls ihr mal dort seid, achtet auf die Schilder an Häusern mit der Aufschrift „Hay Pru“ oder fragt euch ein bisschen bei der einheimischen Bevölkerung durch, wie das halt immer so läuft auf Kuba…

Die einzelnen Familien-Rezepte werden natürlich streng gehütet. Bis auf brauner Zucker, Ingwer (obwohl ich auf Kuba gehört habe, dass kein Ingwer enthalten sei…) und Zimt, sagen mir die angeblichen Zutaten überhaupt nichts. Es sind hauptsächlich Wurzeln aus dem asiatischen Raum, die aber in der Karibik ebenfalls zu finden sind. Als Ansatz für den Fermentationsprozess wird ein bisschen von einem Vorgänger-Pru verwendet.

Man sagt, dass Pru Oriental Anti-Oxidantien enthält und gut gegen Bluthochdruck helfen soll. Ich habe allerdings auch gehört, dass er sich generell ausgleichend auf den Blutdruck auswirken soll. Da ich weder an einem zu hohen noch einem zu niedrigen Blutdruck leide, kann ich dazu leider nicht viel sagen.

„Süßigkeiten der Straße“:

Raspadura: Das Pendent zum Cucurucho aus Baracoa. Eine Mischung aus Kokosraspel und Honig, eingewickelt in ein Maisblatt. Sehr süß aber auch sehr lecker!

Mani: ein kandierter Erdnussriegel. Wohl die verbreitetste Süßigkeit bei den einheimischen Kubanern.

Crema de mani: eine weiche Masse aus Erdnüssen, erinnert an Karamellbonbons mit Erdnuss-Stückchen. Überzeugt mich geschmacklich am meisten von allen Riegeln.

Glicante: Ein Riegel, der an französischen weißen Nougat erinnert. Oder eben an Torone in Spanien.

Tijona: Erinnert an Halva. Ehrlich gesagt mein – mit Abstand – Verlierer unter den „Straßen-Süßigkeiten“.

Guavenpaste: 

In Kuba wird diese Guavenpaste „Conserva de Guayaba“ genannt. Seit über 4 Jahren versorge ich meine Familie in Deutschland regelmäßige nach jeder Rückkehr aus Kuba mit dieser Delikatesse. Für mich ist es eins der besten Lebens- bzw. Genussmittel, die Kuba nach Rum (und von mir aus Zigarren für die, die es mögen) herstellt. Man kann den Geschmack am besten mit diesem süßen schnittfesten Gelee aus Quitten beschreiben, das vielleicht manche noch aus ihrer Kindheit kennen.

Man kann die Paste in Scheiben geschnitten ohne Brot oder mit Brot morgens zum Frühstück essen. Auf Kuba wird es meistens auf einem kleinen leicht gesalzenen Cracker mit ein bisschen Käse zusammen gegessen.

Churros:

Wahrscheinlich kennen viele von euch dieses Brandteiggebäck aus Spanien. Churros werden in heißem Fett ausgebacken und es gibt die einfache Variante ohne Füllung oder eine mit einer Füllung aus Kondensmilch oder Schokolade.

Ich kann Churros vor allem empfehlen, wenn man auf der Straße unterwegs ist und die Zeit bis zum Abendessen noch lang ist. Dann ist es ein wunderbarer Snack.

Flan: 

Flan wird von mir hier nur der Vollständigkeit halber erwähnt. Ich habe ihm ja bereits einen ganzen Bericht gewidmet. Ich liebe ihn einfach in dieser Basis-Variante mit Kondensmilch und Eiern, es gibt allerdings auch noch Varianten aus trockenem Brot und Kokosraspel und -milch, die ich auch nur empfehlen kann.

Coco piña:

Hier kommt ein wahrhaftiger Zuckerschock, der natürlich der knackigen Karamellummantelung geschuldet ist. Allerdings ist die weiche Füllung aus Kokosraspel und Ananas nicht sehr viel weniger süß. Coco piña erinnert insgesamt eher an eine arabische Süßigkeit. Allerdings ist süß jetzt auch nicht ungewöhnlich für Kuba, da Zucker und Rum die 2 Dinge sind, bei denen es eigentlich nie einen Mangel gibt.

Warst du schon einmal auf Kuba und vielleicht sogar in Santiago de Cuba? Oder hast du vor nach Kuba zu fliegen und eher fern ab vom Massentourismus zu reisen? Des Weiteren bin ich an mehr Details zum Thema Pru Oriental interessiert. Schreibt mir gerne dazu in den Kommentaren!

Hasta la proxima!

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