Ihr wollt jemand beeindrucken, und das mit wenig Aufwand? Okay, ein wenig Zeit müsst ihr für die Beschaffung der richtigen Zutaten investieren, zumindest was das Matcha angeht.

Financiers

Financiers sind kleine Küchlein aus Mandeln, Eiweiß, Butter, Mehl und Zucker. So unscheinbar sich das anhört und so unscheinbar Financiers aussehen, umso mehr hat man ein Wow-Erlebnis, wenn man den ersten verkostet. Mir ging es übrigens genauso, als ich das Vergnügen hatte, die ersten Financiers zu probieren.

Ich möchte zuerst einmal ein bisschen auf die Geschichte der Financiers eingehen. Wir müssen uns dazu zurück ins 17. Jahrhundert nach Lothringen begeben. Dort – so heißt es – entstanden die ersten Financiers (noch unter dem Namen Visitandines) in einem Kloster des Visitandines-Ordens. Angeblich wurde das Rezept erfunden, um den Mangel (vielleicht auch das Verbot?) an Fleisch auszugleichen. Ich finde allerdings noch viel interessanter, dass das Eigelb als Bindemittel zum Malen verwendet wurde und das Eiweiß dann als Resteverwertung in die Visitandines bzw. Financiers kam. Die Visitandines hatten noch eine runde oder ovale Form.

„Offiziell“ werden die ersten Financiers dann (interessanterweise als erste Reisekuchen -> Cake de voyage) im Jahr 1890 in Paris vom Konditor Lasne am Place de la Bourse (Börsenplatz) kreiert und verkauft. Er hat sich wohl bei der Form der kleinen Küchlein als Goldbarren von seinen Kunden inspirieren lassen. Neu war damals auch, dass sie zwar keine Kekse, sondern Kuchen waren, man sie aber essen konnte, ohne sich die Finger schmutzig zu machen.

Im nächsten Abschnitt erzähle ich euch ein bisschen etwas über Matcha. Ich persönlich finde eine Matchalatte zu den Financiers auf jeden Fall sehr passend. Gerne höre ich aber natürlich immer euer Feedback! Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden.

Tipp:
Vielleicht noch ein letzter Satz zu den Financiers. Wie schon die Visitandines-Ordensschwestern mache ich meine Financiers immer aus übrig gebliebenem Eiweiß. Da dieses Eiweiß nicht aufgeschlagen wird, kann man auch wunderbar mit wieder aufgetautem Eiweiß arbeiten. Daher friere ich mein Eiweiß immer ein, wenn ich am jeweiligen Tag keine Zeit für die Weiterverwendung habe.

 

Matcha

Matcha ist aufgrund seines hohen Gehalts an Antioxidantien das beste Produkt, das man sich (vor allem) im Frühling gönnen kann. Man konsumiert – durch das im Wasser aufgelöste Pulver – das ganze Teeblatt und kommt dadurch in den Genuss von 100 % der gesunden Inhaltsstoffe. Daher ist es allerdings auch wichtig, sich für die beste Matcha-Qualität zu entscheiden, die man bekommen kann. Nachdem ich bei meinen Matcha Macarons noch ein einfaches Pulver aus dem Drogeriemarkt benutzt habe (was auch okay ist, da es dort mehr oder weniger nur für die natürliche Farbe verantwortlich ist), habe ich mich jetzt ein bisschen mehr mit dem Thema beschäftigt und im Internet ein Probierset hochwertiger Bio-Sorten bestellt.

Um hochwertiges Matcha zu finden – was meiner Meinung nach nur über einen Händler des Vertrauens geht – muss man zuallererst einmal auf die Farbe achten. Richtiges Matcha hat eine Smaragd-grüne Farbe. Geht das Grün in Richtung bräunlich oder gelblich weist das auf schlechte Qualität hin.

Es gibt außerdem so einen Streichtest, den man mit dem Finger durchführen kann. Einfach den Finger in das Pulver tunken und dann mit dem Finger über eine glatte Oberfläche ziehen. Hinterlässt es einen satten (fast leicht öligen) Strich ist es die beste Qualität. Fake-Matcha (Matcha ist in Europa leider kein geschützter Begriff) hinterlässt einen eher bröseligen, nicht durchgehenden Strich (siehe Foto unten).

Zu guter Letzt muss man sagen, dass hochwertiges Matcha fast keine Bitterstoffe enthält und süßlich-sanft schmeckt und zusätzlich die Geschmacksqualität Umami abdeckt. Wichtig ist allerdings, dass man den Tee mit einer Wassertemperatur unter 80° C zubereitet. Die Verwendung in einer Matchalatte erkläre ich euch unten im Rezept. Übrigens, für die Zubereitung einer Matchalatte, oder zum Kochen oder Backen mit Matcha, muss man nicht die allerhöchste Qualität (wie z .B. für eine Teezeremonie) verwenden. Es gibt spezielle Qualitäten für diese Anwendungen.

Financiers

Equipment

  • 1 Financiersblech (oder kleine Muffinförmchen) aus Metall oder Silikon

Zutaten

  • 120 g Eiweiß
  • 90 g Mandeln, gemahlen
  • 140 g Butter
  • 50 g Mehl
  • 90 g Rohrzucker
  • 40 g Honig

Anleitungen

  • Alle Zutaten vorbereiten und abwiegen.
  • Aus der Butter eine sogenannte Nussbutter herstellen. D.h. man erhitzt die Butter in einem kleinen Topf. Sobald die Butter anfängt zu sprudeln unbedingt dabei bleiben und ständig rühren. Die Butter nimmt dann nach einer gewissen Zeit eine bräunliche Farbe an und fängt nussig an zu duften. Dann ist die Nussbutter fertig und sollte umgehend vom Herd genommen werden, damit sie nicht verbrennt. Durch ein feines Sieb gießen. Den Bodensatz im Topf lassen. Dann auf Zimmertemperatur abkühlen lassen.
  • Mandeln und Mehl (gesiebt) mischen.
  • Das Eiweiß mit dem Zucker und dem Honig verrühren (das Eiweiß wird nicht aufgeschlagen!).
  • Eiweißmischung zur Mandel-Mehl-Mischung geben und einrühren.
  • Die abgekühlte Butter dazu geben und unterrühren.
  • Die Schüssel abdecken und über Nacht in den Kühlschrank stellen.
  • Den Backofen auf 175° C Umluft vorheizen.
  • Masse noch einmal umrühren und dann in einen Spritzbeutel füllen. Man kann den Teig natürlich auch mit einem kleinen Löffel in die Vertiefungen füllen, mit einem Spritzbeutel geht es eben aber besser.
  • Ca. 10 - 15 Minuten backen. Sie sollten goldbraun sein.
  • Dann auf einem Gitter auskühlen lassen und möglichst frisch genießen.

Notizen

120 g Eiweiß
90 g Mandeln, gemahlen
140 g Butter
50 g Mehl
90 g Rohrzucker
40 g Honig

Matchalatte für 2 Personen

Equipment

  • kleine Schale zum Anrühren des Matchapulvers
  • Matcha-Besen oder sonstiger Aufschäumer
  • Handrührgerät für die Sahne
  • Milchaufschäumer
  • 2 Gläser zum Servieren

Zutaten

  • 400 ml Bio-Milch oder eine alternative pflanzliche Milch
  • 2 -3 g Bio-Matcha
  • 100 ml Wasser
  • 200 ml Bio-Schlagsahne
  • 2 EL Agavendicksaft nach Geschmack
  • ein bisschen Praliné (bzw. Haselnusskrokant)

Anleitungen

  • Alle Zutaten vorbereiten.
  • Sahne aufschlagen und zur Seite stellen. Milch warm machen und mit einem Milchaufschäumer aufschäumen. Eventuell die Milch mit dem Agavendicksaft etwas süßen.
  • Matchatee in eine kleine Schale geben. Wasser aufkochen und auf 80°C abkühlen lassen.
  • Matcha mit dem Wasser übergießen und dann das Matcha mit dem Pinsel schaumig schlagen (Pinsel muss vorher in Wasser aufgeweicht worden sein, sonst geht er langfristig kaputt).
  • Tee auf die vorbereiteten Gläser verteilen und mit Milchschaum übergießen. Nach Belieben jeweils mit einem Klacks Sahne versehen und mit dem Haselnusskrokant bestreuen.
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