Ich weiß nicht, ob euch bekannt ist, das in einigen anderen europäischen Ländern der 6. Januar (Heilige-Drei-Königs-Tag) noch sehr viel mehr Bedeutung hat als in Deutschland. Zum Beispiel bekommen Kinder in Spanien ihre Weihnachtsgeschenke erst an diesem Tag. In Frankreich wird an diesem Tag eine ganz besondere Tradition gepflegt. Es wird ein Dreikönigskuchen, d.h. eine Galette des rois gegessen, ein Kuchen (in Form einer Krone) zu Ehren der Heiligen 3 Könige.

Da dieser Dreikönigskuchen schon ein wenig zu der Königsdisziplin der Patisserie gehört (zumindest, wenn der Blätterteig selber gemacht wird), wird dieser Kuchen von vielen Franzosen nicht selber hergestellt, sondern gekauft. Es gibt sie am Jahresanfang in ganz Frankreich in vielen verschiedenen Variationen und Größen zur Auswahl zu kaufen. Klassisch ist eine Frangipane-Füllung, die aus einer Mischung aus einer Konditorencreme (ein aus Eiern, Milch, Stärke, Zucker, Vanille und Butter gekochter Pudding) und fein geriebenen Mandeln hergestellt wird. Aber der Phantasie sind natürlich keine Grenzen gesetzt. Es gibt Frucht-Füllungen, Füllungen mit Schokolade und es können auch anstatt der Mandeln andere Nüsse oder Pistazien verwendet werden.

Das was die Tradition (besonders bei Kindern) aber so interessant macht, ist die kleine Figur (Fève = Bohne), die in der Galette vor dem Backen in der Füllung versteckt wird. Wer dann beim Essen das Stück mit der Bohne darin findet, darf an diesem Tag die Königskrone tragen und sich selbstverständlich auch wie ein König fühlen und verwöhnen lassen. Diese Papierkrone gibt es beim Kauf natürlich gleich dazu.

Ich bin mit meiner ersten selbst gemachten Galette im Großen und Ganzen zufrieden. Der Rand könnte allerdings „blättriger“ sein und ich denke, ich habe aus Versehen zu viel von der Ei-Sahne-Mischung auf den Rand getan. Außerdem habe ich beim Einritzen des Musters oben ein bisschen zu tief eingeritzt. Der Blätterteig hat aber zum Glück trotzdem gehalten und die Galette ist dadurch nicht auseinander gebrochen. Es ist eben noch kein Meister vom Himmel gefallen. Ich bin trotzdem stolz, als Laie so eine Galette mit eigenem Blätterteig hergestellt zu haben. Und im nächsten Jahr wird sie dann vielleicht schon viel besser aussehen. Spätestens dann werde ich euch auch eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Blätterteig anbieten.

Galette des rois (Dreikönigskuchen) mit Papayafüllung

Zutaten

  • 1 Blätterteig ca. 22 x 44 cm gekauft oder selbst gemacht
  • 125 g Papaya geschält und ohne Kerne
  • 100 g Zucker je nach Reifegrad der Papaya
  • 1 Schuss Rum
  • 2 EL Maisstärke
  • 125 g fein geriebene geschälte Mandeln
  • 1 Ei ca. 50 g
  • Ei und Sahne zum Bestreichen

Anleitungen

  • Am Tag vor dem Backen die Papaya in Stücke schneiden und in einem Mixer zu einem Püree verarbeiten. Mit Zucker mischen und aufkochen. Ca. 15 min. köcheln lassen. Immer wieder umrühren. Maisstärke einrühren und alles zu einer homogenen Masse vermischen. Mit Rum abschmecken. Im Kühlschrank abkühlen lassen.
  • Geriebene Mandeln mit dem Ei vermengen. Dann die Mandelmasse mit der Papayamasse vermischen.
  • Masse in einen Spritzbeutel füllen. Auf ein Backpapier einen Kreis von 15 cm Durchmesser aufmalen. Papier wenden. Dann mit der Masse diesen Kreis aufspritzen. Die Höhe der Masse sollte so ca. 1,5 - 2 cm dick sein. Masse auf diesem Papier (legt ein Brett oder Teller darunter) über Nacht einfrieren. Jetzt müsste auch die kleine Porzellanfigur in die Füllung gesteckt werden, falls dies gewünscht ist. Das mit dem Einfrieren ist eine Vereinfachung des Vorgangs. Profis können die Füllung natürlich auch ungefroren zwischen die Blätterteig-Kreise platzieren.
  • Den Blätterteig aus dem Kühlschrank nehmen. Deine Küche sollte während der Verarbeitung nicht zu warm sein, lieber ein bisschen zu kalt. Also, zuerst mal Fenster auf! Außer, es ist draußen wärmer als drinnen. Eine Raumtemperatur unter 20 ° C ist ideal.
  • Dann das Stück auf eine leicht bemehlte Arbeitsfläche legen und in 2 Stücke zu je ca. 22 x 22 cm schneiden. Wichtig ist, dass man die Stücke nicht verschiebt. Also weiterhin so auf der Arbeitsplatte übereinander liegen lassen.
  • Mit einem Tortenring oder mit einer Schablone aus Pappe jeweils einen Kreis von 20 cm Durchmesser ausschneiden. Die Oberfläche der Kreise sollte ab jetzt mehlfrei sein. Eventuell mit einem Mehlbesen abkehren.
  • Den Rand (ca. 2 cm) der Unterseite der Galette mit Ei bestreichen. Die Mitte mit einer Gabel einstechen.
  • Die am Tag zuvor vorbereitete, gefrorene Füllung auf den Boden legen. Nun ist es ganz wichtig, dass man den Deckel im Uhrzeigersinn (oder in die andere Richtung) um ein Viertel dreht. Das ist ein wichtiger Schritt, damit sich die Galette beim Backen nicht verzieht.
  • Dann Deckel über den Boden mit Füllung legen.
  • Gut andrücken. Eventuell mit einem flach gehaltenen Messer "schuppenartig" den Rand schließen.
  • Am besten legt man die Galette jetzt vorsichtig auf ein Brett damit man seitlich die kleinen Einkerbungen machen kann (siehe Foto). Man macht das, damit der Blätterteig am Rand schön aufblättern kann.
  • Bei meiner Variante wird die Galette dann gedreht, sodass die Füllung nun nach unten zeigt. Galette mit der Ei/Sahne-Mischung bestreichen.
  • Dann mit einem Messer Linien in den Teig ritzen. Dabei wirklich nur ritzen und nicht schneiden.
  • Mit einem Stäbchen ca. 5 - 6 Luftlöcher stechen. Galette für ca. 1 Stunde noch mal im Kühlschrank ruhen lassen.
  • Backofen auf 160° C (Umluft) vorheizen.
  • Noch einmal mit der Ei/Sahne-Mischung bestreichen. Auf ein perforiertes Blech legen (falls vorhanden).
  • 10 - 15 min bei 160 ° C backen. Dann weitere 40 - 50 min bei 150 ° C. Vor allem bei selbst gemachtem Blätterteig muss die Galette braun sein, nicht nur goldgelb. Sonst ist der Teig nicht ganz durchgebacken.
  • Auf einem Gitter auskühlen lassen und mit einer Krone
    dekoriert servieren.
    Galette des rois
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