Da wir dieses Jahr Weihnachten und Silvester auf Kuba verbringen, also bei der Familie meines Mannes, haben wir beschlossen Weihnachten mit meinen Eltern im November vorzufeiern. Natürlich musste dafür ein besonderes Dessert gefunden werden. Es sollte mal nicht die traditionelle Mousse au Chocolat sein. Wenn schon Traditionen brechen, dann aber richtig! Da wir eigentlich immer guten Rum im Haus haben (kubanischen natürlich, aber eben nicht nur!), kam mir diese tolle Baba au Rhum aus Paris in den Sinn.

Wie ihr ja bereits wisst, war ich diesen Sommer mit meinem Mann in Paris. Natürlich gingen wir auch in die eine oder andere Patisserie. An einem Nachmittag waren wir bei Pierre Hermé und haben uns unter anderem eine Baba au Rhum schmecken lassen. Hermé ist ja mehr für seine Macarons berühmt, aber uns haben an diesem Tag die „Törtchen“ angelacht. Obwohl das in Rum getränkte Küchlein in Deutschland nicht so bekannt ist, ist es mir in der Vergangenheit bereits begegnet. Wo das war, kann ich gar nicht mehr sagen. Ich hatte es allerdings als sehr heftig nach Rum (vielleicht auch einfach nach einem schlechten Rum) schmeckend in Erinnerung.

Bei Hermé kann ich nur sagen, war die Baba total ausgewogen im Geschmack und einfach ein Gedicht. Wir hatten uns für die klassische Variante entschieden, d.h. mit einer Chantilly (gezuckerte Sahne) oben drauf gespritzt. Ich fand sie sehr gelungen. Schnörkellos, aber perfekt umgesetzt. Das ist genau mein Geschmack.

Also habe ich ein paar meiner französischen Koch- bzw. Backbücher gewälzt und bin tatsächlich fündig geworden. Es ist ein Savarin-Rezept, aber der Unterschied liegt eigentlich nur in der Form (Savarin eher wie Donuts, Babas wie Korken oder Zylinder) und bei Babas werden oft noch Rosinen dazu gegeben, die ich aber sowieso weggelassen hätte, da ich sie nicht so passend dazu finde. Es wird empfohlen die Savarins ein paar Tage vor dem Servieren zu backen, damit sie ein bisschen trocken sind, bevor sie dann mit dem Rum-Sirup getränkt werden. Das ist eigentlich perfekt für mich und meine Planung. Mein Plan sieht folgendermaßen aus: Babas ein paar Tage vorher backen, am Tag davor Chantilly vorbereiten und kalt stellen und die Babas in ihre Tränke legen.

So ganz konnte ich dann doch nicht von der Mousse au Chocolat lassen und habe mich für eine Schoko-Chantilly als Topping entschieden. Das sieht einfach am feierlichsten aus und schmecken tut es sowieso einfach traumhaft zu der dezenten Rum-Note. Meine Mousse au Chocolat mache ich immer mit einer veganen dunklen Schokolade mit einem Kakao-Anteil von 60 %. Für diese habe ich mich dann auch entschieden für die Chantilly, da sie einen sehr feinen Schokoladen-Geschmack hat, obwohl sie als „zartbitter“ verkauft wird. Aber das ist Geschmackssache. Probiert es einfach mit eurer Lieblings-Schokolade aus.

Da die Fotos von meinem Probe-Backen sind, kann ich euch noch gar nicht berichten wie die eigentliche Feier war. Aber eigentlich kann ja jetzt einem tollen Fest nichts mehr im Wege stehen. Ich werde auf jeden Fall berichten!
Viel Spaß mit meinem Rezept und traut euch doch ein bisschen zu experimentieren!

Baba au rhum (8 - 10 St.)

Materials

Teig:

  • 300 g Bio-Weizenmehl 550 oder Manitobamehl
  • 10 g Zucker
  • 5 g Salz
  • 10 g frische Hefe
  • 150 g Bio-Eier
  • 120 g Milch (ich habe ungesüßte Sojamilch benutzt)
  • 80 g Butter
  • Aprikosenkonfitüre zum Bestreichen
  • 1 Savarin-, Donut-, oder Babaform

Sirup:

  • 500 g Wasser
  • 250 g Zucker
  • 1 Zimtstange
  • 1 Orange
  • 1 Zitrone
  • 1 Vanilleschote (bereits ausgeschabt)
  • 200 g Rhum Agricole (Rum aus frischem Zuckerrohr hergestellt)

Schoko-Chantilly (eigentlich Créme Chantilly Chocolat):

  • 600 g Sahne
  • 150 g Schokolade 60 %
  • 10 g Zucker oder nach Geschmack

Anleitungen

  • Für die Schoko-Chantilly die Schokolade am Vortag klein hacken und mit dem Zucker vermengen. Sahne aufkochen und anschließend über die Schokolade gießen. Mischung mit einem Mixstab gut vermengen. Schüssel luftdicht abdecken und im Kühlschrank über Nacht abkühlen lassen.
  • Alle Zutaten für den Teig abwiegen.
  • Die Hefe in der zimmerwarmen Milch auflösen. Das Mehl in die Schüssel einer Küchenmaschine geben (Man kann den Teig auch mit einem Handrührgerät mit Knethaken machen).
    Zucker und Salz hinzufügen und einige Sekunden mit einem Knethaken vermischen. Dann die Eier hinzufügen. Anschließend die Milch mit der Hefe dazu geben und mit niedriger Geschwindigkeit weiter kneten. Die Geschwindigkeit leicht erhöhen und den Teig ca. 10 min. kneten bis ein geschmeidiger Teig entsteht. Am Ende die weiche Butter hinzufügen und durch den Knethaken einarbeiten lassen.
  • Schüssel aus der Maschine nehmen, Teig (abgedeckt) über Nacht in den Kühlschrank stellen.
  • Am nächten Tag die Baba/Savarin-Formen einfetten (bei Silikonformen nur nötig, wenn die Formen neu sind oder in der Spülmaschine gereinigt wurden) und mit Hilfe eines Spritzbeutels (und einer großen Spritztülle) die Formen ca. ¾ befüllen. Der Teig ist ziemlich weich und zäh. Man kann ihn mit einem Messer oder einer Schere trennen.
  • Teig aufgehen lassen, bis er ca. den oberen Rand der Form erreicht hat.
    Im, auf 180° C vorgeheizten, Backofen ca. 15 min backen.
  • Auf einem Gitter auskühlen lassen. Am besten 2 - 3 Tage in einer geschlossenen Dose aufbewahren, um sie ein bisschen "alt" werden zu lassen. Man kann sie aber auch im Backofen etwas nachtrocken, um sie gleich weiter verarbeiten zu können.
  • Sirup herstellen:
    Wasser mit Zucker mischen. Schale von der Orange und der Zitrone mit einem Sparschäler dünn abschälen (möglichst nichts von der weißen Haut mit abschälen). Je eine Scheibe der geschälten Orange und Zitrone ins Zucker-Wasser geben. Gewürze dazugeben und Flüssigkeit aufkochen. Bis auf eine lauwarme Temperatur (ca. 40° C) abkühlen lassen.
  • Den Rhum zum Zucker-Sirup geben und die ganze Mischung in eine Schüssel geben, in der alle Babas Platz haben. Babas in die Mischung legen und ca. 1 Stunde darin tränken. Dann Babas vorsichtig herausheben und abtropfen lassen. Die Babas mit Aprikosenmarmelade bestreichen (dazu etwas mit Wasser verdünnen) und auf kleine Tellerchen setzen.
  • Die Schoko-Chantilly aufschlagen. Das kann man mit einem Handrührgerät oder mit einer Küchenmaschine mit Schneebesen machen. Wichtig ist nur, dass man vorsichtig vorgeht und die Sahne gut beobachtet. Die Creme kann schnell überschlagen werden und das wäre ja dann sehr schade. Umgehend in einen Spritzbeutel mit Tülle füllen und Sahne auf die Babas spritzen.
  • Eventuell mit einer Frucht dekorieren. Dann servieren und genießen!

Falls ihr noch tiefer in das Thema Baba au rhum und Rhum Agricole einsteigen wollt, hier 2 interessante Links:

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