Ich war ein Glückspilz letztes Wochenende. Endlich habe ich den passenden Lampenschirm zu meiner Messing-Vintage-Lampe gefunden, aber das ist eine andere Geschichte. Noch besser war, dass ich zum 2. Mal in meinem Leben und zum 1. Mal seit ich blogge, auf Meyer Zitronen (Meyer Lemons) gestoßen bin. Diese Zitrusfrüchte sind eine natürliche Mutation aus Zedratzitronen, Pampelmusen und Mandarinen. Benannt sind sie nach Frank Nicholas Meyer, einem Forscher des US-Landwirtschaftsministeriums, der die Zitronen Anfang des 20. Jahrhunderts von einer China-Reise in die Vereinigten Staaten mitbrachte.

Das Besondere an diesen Zitronen ist natürlich ihr Geschmack. Sie sind viel weniger sauer als normale Zitronen. Auch die Schale schmeckt sehr viel milder, ein bisschen wie Orangenschalen. Erkennen kann man die Meyer Zitronen an ihrer matten dünnen Schale. Einige Exemplare sind leicht orangefarben, erinnern dadurch auch an kleine (zitronenförmige) Orangen. Man merkt sogar in der Hand, wie saftig sie im Inneren sind, d.h. sie sind schwer und druckempfindlich. Oft haben sie viele Kerne, was man aber gerne in Kauf nimmt, da der Geschmack für alles entschädigt.

Nun aber zu meinem heutigen Rezept. Schon lange möchte ich dieses Meyer Zitronen-Rezept „Pots de Crème“ des tollen Blogs delicious:days mit den richtigen Zitronen ausprobieren. Nun hat sich also die Gelegenheit geboten, ich hatte die Meyer Zitronen und ich hatte glücklicherweise auch Zeit die Creme zu machen und zu fotografieren. Pots de Crème sind kleine Puddings (meistens werden sie im Wasserbad im Backofen hergestellt), die es bereits im 17. Jahrhundert in Frankreich gab.

Die Pots de Crème gibt es in verschiedenen Geschmacksrichtungen (Schoko, Vanille, Karamell usw.) und sie werden immer in kleinen Glasschälchen oder Porzellanförmchen hergestellt und serviert.
Das Rezept ist in meinen Augen perfekt und braucht kein zusätzliches Chichi. Vor allem, wenn ihr wirklich Meyer Zitronen findet und verwendet, ist es einfach unschlagbar. Das Einzige, was ich am Originalrezept geändert habe, ist die Backzeit. In meinem Backofen brauchen sie ca. 10 Minuten länger, um nach dem Abkühlen dann nicht mehr zu flüssig zu sein, sondern die perfekte Puddingkonsistenz zu haben.

Leider ist es in Deutschland immer noch schwierig, an Meyer Zitronen zu kommen. Man kann das Rezept auch mit anderen Zitronen oder auch mit einer Mischung aus Orangen und Zitronen herstellen. Ich kann es euch nur ans Herz legen. Das einzige Problem ist, dass die Förmchen so schnell ausgelöffelt sind und man immer mehr davon haben will.

 

Pots de Crème mit Meyer Zitronen

Equipment

  • 5 Auflaufförmchen (120 ml)
  • Größere feuerfeste Form für das Wasserbad

Zutaten

  • 375 g Schlagsahne
  • 1 Vanilleschote
  • 3 mittlere Meyer Zitronen Schale + Saft (ca. 60 ml)
  • 6 Bio-Eigelb Gr. L (ca. 95 g)
  • 100 g Zucker
  • 1 Prise Salz

Anleitungen

  • Alle Zutaten vorbereiten und abwiegen.
  • Eine Vanilleschote auskratzen. Die Vanille und die ausgekratzte Schote in die Sahne geben. Von den Zitronen die Schale (ohne das Weiße!) abreiben und ebenfalls zur Sahne geben. Kurz aufkochen lassen. Dann vom Herd nehmen und mindestens 10 Minuten ziehen lassen.
  • Den Backofen auf 160 ° C (Ober- und Unterhitze) vorheizen.
  • In einer Rührschüssel die Eigelb mit dem Zucker (mit einem Handrührgerät oder einer Küchenmaschine mit Schneebesen) so lange rühren bis die Mischung blass hell wird, der Zucker sich also aufgelöst hat. Dann die Prise Salz und nach und nach den Zitronensaft dazugeben.
  • Die Sahnemischung durch ein Sieb geben.
  • Dann vorsichtig die Sahnemischung unter die Eiermischung heben. Es sollte möglichst wenig Schaum entstehen. Sollte sich doch ein klein wenig Schaum bilden, dann die Masse ein paar Minuten stehen lassen. Anschließend den Schaum mit einem großen Löffel abnehmen.
  • Die kleinen Auflaufförmchen mit einer kleinen Schöpfkelle auffüllen. Ein dünnes (!) Küchenhandtuch in die große Form legen. Die kleinen Auflaufförmchen darauf stellen.
  • Die große Form in den Backofen stellen und mit warmem Wasser auffüllen. Die Crème ca. 40 Minuten stocken lassen. Oben sollte sie richtig fest sein. Unten sollte sie noch leicht wabbelig sein.
  • Die Förmchen aus der großen Form nehmen und im Kühlschrank über Nacht abkühlen lassen.
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