Medus-Kuka, Honigkuchen, Baltikum

Aug. 30, 2026 | Skandinavien & Finnland & Baltikum

Mein Mann und ich sind diesen Sommer von München, über Warschau und das Baltikum bis nach Finnland gereist. Wie fast immer, sind wir dabei hauptsächlich mit Zügen, Bussen und dem Schiff unterwegs gewesen. Von Helsinki aus sind wir dann allerdings zurückgeflogen, da wir nicht genug Urlaub hatten, um die Reise wieder auf dem Wasser-Landweg zurückzulegen.

Finnland kannten wir ja schon. Das Baltikum war neu für uns und es war nicht nur kulinarisch interessant, durch diese 3 schönen Länder zu reisen.
Ein Kuchen ist uns in allen 3 baltischen Staaten begegnet. Er heißt auf russisch Медовик (Medowik), was von мёд abgeleitet wird, das Wort für Honig. Geschmacklich erinnert der Medowik ein bisschen an Honigkuchen, hat aber nichts von weihnachtlichen Lebkuchen, da keine Gewürze verwendet werden. Und anders als sein Aussehen vielleicht vermuten lässt, schmeckt er aufgrund der Füllung wunderbar frisch.

Ursprünglich stammt der Kuchen aus der Sowjetunion, was natürlich dann die Verbreitung des Kuchens in allen 3 baltischen Staaten erklärt. In Lettland ist er fast ein Nationalheiligtum und heißt dort Medus-Kuka. Dort haben wir nicht nur eine Menge dieses Kuchens verspeist, dort habe ich auch ein Foto davon gemacht.

 

 

Meine Recherchen haben ergeben, dass es verschiedene Methoden zur Herstellung des Medus-Kuka gibt. Die gängigste, aber aufwendigste Methode geht so: Man backt bis zu 8 Teigschichten aus einem festen Honigteig (der ausgerollt werden muss!), die dann abwechselnd mit Creme geschichtet werden.

Die einfachere und schnellere Methode ist die, in meinem Rezept: Man macht eine Art Honig-Rührteig und backt 3 – 4 Schichten in einer Backform, die dann ebenfalls abwechselnd mit Creme geschichtet werden. Die Böden sind dann ein bisschen dicker, was mich aber nicht gestört hat.

Die Füllungen unterscheiden sich ziemlich in der Zusammensetzung. Manchmal wird mit Schmand und Sahne gearbeitet, manchmal wird gezuckerte Kondensmilch dazu gegeben. Ich habe euch die Füllung aufgeschrieben, die am einfachsten zu handeln ist, das ist aber eigentlich eurem persönlichen Geschmack überlassen. Mit der gezuckerten Kondensmilch wird die Füllung halt ein bisschen flüssiger und zerfließt beim Auftragen mehr, aber eigentlich macht das auch nichts, der Honigkuchen nimmt die Flüssigkeit eigentlich sehr gut auf.

Wichtig ist, dass der Kuchen Zeit zum Durchziehen hat. Ihr solltet ihn also bereits 1 – 2 Tage vor dem Servieren herstellen. Eigentlich würde ich euch empfehlen, die doppelte Menge herzustellen und gleich 2 Medus-Kukas herzustellen. Dann habt ihr nur einmal die Arbeit und man kann den Kuchen wunderbar einfrieren.

 

 

Der Medus-Kuka ist ein wunderbarer Kuchen für den Spätsommer. Man kann sich aber auch im Herbst und Winter ein Stückchen davon vorstellen. Probiert ihn aus und lasst mir eure Erfahrungen wissen!

 

Medus-Kuka (Medowik), lettischer Honigkuchen mit Schmandfüllung

Kochutensilien

  • mind. 2 Backformen mit 17 cm Durchmesser
  • mittlerer bis großer Kochtopf, große Glas- oder Metallschüssel, kleine Schüssel, Spatel und kleine Winkelpalette

Zutaten

Teig:

  • 190 g Butter weich
  • 95 g Zucker
  • 3 EL Honig z. B. Waldhonig
  • 2 TL Natron
  • 3 Bio-Eier Gr. M
  • 250 g Weizenmehl 405er

Füllung:

  • 500 g Schmand
  • 65 g Zucker
  • 2 Päck. Sahnesteif
  • Beeren zum Dekorieren optional

Anleitungen

  • Alle Zutaten vorbereiten und abwiegen.
  • Den Backofen auf ca. 175 ° C Umluft vorheizen.
  • Die Butter mit dem Honig und der Hälfte des Zuckers in den Kochtopf geben. Achtung, die Masse wird nachher aufschäumen, daher den Topf nicht zu klein wählen.
  • Die Zutaten zum Schmelzen bringen, nicht kochen. Am besten mit einem Spatel die Masse rühren, damit sie am Boden unten nicht anhängt.
  • Dann das Natron zugeben und aufschäumen lassen.
  • Dann die Masse leicht weiter sprudeln lassen, bis der Zucker leicht karamellisiert und bräunlich wird.
  • Dann den Topf vom Herd nehmen und die Masse in die große Glas- oder Metallschüssel geben. Darin abkühlen lassen.
  • In der kleinen Schüssel die Eier mit dem restlichen Zucker aufschlagen.
  • Mit einem Spatel die Eiermasse unter die Honigmasse rühren. Dann das gesiebte Mehl in mehreren Schritten vorsichtig unter die Eier-Honig-Masse geben.
  • Den Teig in 3 - 4 Teile aufteilen und jeweils einen Teil davon in die Form geben. Der Teig sollte nicht zu hoch sein, da er sonst nicht richtig durchbackt. Die Backformen für ca. 7 - 10 Minuten in den Ofen geben. Stäbchenprobe machen.
  • Nach dem 1. Backgang, den Vorgang mit dem restlichen Teig wiederholen. Die Form sollte vor dem Hinzugeben des Teiges wieder abgekühlt sein. Manchmal hilft es ja, sie einfach unter kaltes Wasser zu halten.
  • Die einzelnen Böden auf einem Gitter auskühlen lassen.
  • Eine Unterlage vorbereiten, auf der man eine Torte aufbauen kann. Event. könnte man auch mit einem Tortenring arbeiten, ich bin allerdings der Meinung, dass man diese kleine Torte auch ohne Tortenring aufbauen kann.
  • Die Böden oben und unten etwas begradigen und die Reste unbedingt zur Seite legen. Daraus entstehen die Brösel für die Dekoration.
  • Mit einem Schneebesen oder Handrührgerät das Sahnesteif unter den Schmand rühren. Dann den Zucker dazugeben.
  • Einen Boden auf die vorbereitete Unterlage geben und mit einer Schicht Schmand bestreichen. Dann den nächsten Boden darauf geben. Mit den weiteren Böden so weiter verfahren. Am Ende den ganzen Kuchen mit der restlichen Creme einstreichen.
  • Aus den Resten der Böden, die Brösel herstellen. Entweder mit einer Reibe oder mit einem Foodprozessor.
  • Mit einem Spatel die Brösel rund um den Kuchen herum anbringen.
  • Dann den Kuchen abdecken und im Kühlschrank einen Tag durchziehen lassen. Auf einer Tortenplatte servieren. Event. mit Beeren dekorieren.
  • Der Kuchen hält sich mindestens 3 - 4 Tage im Kühlschrank.

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